Die Häuser aus rotem Backstein mit den klar gegliederten Gartenhöfen in der Siedlung Schillerpark erzeugen holländische Impressionen. Architekt Bruno Taut hatte sich bei einer Studienreise Anfang der 1920er Jahre von der Amsterdamer Schule inspirieren lassen.

Er entwarf die Siedlung im Auftrag des Berliner Spar- und Bauvereins (heute Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG). Im damaligen Arbeiterbezirk Wedding entstand zwischen 1924-30 das erste Modellprojekt des Neuen Bauens. Es sollten überwiegend kleine Wohnungen „Volkswohnungen“ (Taut) für verschiedene Einkommensschichten entstehen: mit separaten Bädern und Küchen, Sonnenbalkonen und großzügigen Freiräumen. Funktionalität in Verbindung mit moderner Bau- und Wohnkultur gingen eine gelungene Synthese ein, ergänzt durch Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Waschhaus.

Die nun dreigeschossige, halboffene Blockrandbebauung bietet einerseits eine Begrenzung zur Straße und andererseits öffentliche Zugänge zu den durchgrünten Höfen und dem gegenüberliegenden Schillerpark.