Mit dem Ziel, das Mietskasernen-Elend der Großstadt zu bekämpfen, entstand die Idee einer Gartenstadt vor den Toren Berlins. Nach englischem Vorbild angelegt, ist die Siedlung eine harmonische Verbindung zwischen großstädtischer und ländlicher Lebensform. Dem Leitbild der „Deutschen Gartenstadtgesellschaft“ folgend, sollten hier Bewohner ohne Klassenschranken auf genossenschaftlicher Basis zusammen leben.

Eindrucksvoll hat Architekt Bruno Taut in der Gartenstadt Falkenberg (Bau 1913-16) bewiesen, dass Funktionalität kein Widerspruch ist zu künstlerischer Gestaltung, leuchtender Farb und reizvollen Außen(wohn)räumen, für die der Gartenarchitekt Ludwig Lesser verantwortlich zeichnete.

Die differenzierte Architektur der einzelnen Häuser, akzentuiert durch die expressive Farbgebung ließen etwas „Revolutionäres“ entstehen, das auch heute noch überraschend modern wirkt. Von Anfang an geriet die Siedlung in die Schlagzeilen. Schnell war der Begriff „Tuschkastensiedlung“ geboren.